Auszug aus der Chronik der Freiwilligen Feuerwehr Flintsbach am Inn

Am 15. Mai 1874 wurde die erste Freiwillige Feuerwehr Flintsbach in Rosenheim bezirksamtlich eingetragen, wie es im Protokoll darüber heißt.

Vor der Gründung der Feuerwehr rückte bei einem Brande alles was nur konnte aus. Durch Feuerläuten wurden die Bewohner zusammengerufen. Wer dem Brandplatze am nächsten war, spannte die Pferde ein und fuhr die Feuerspritze an Ort und Stelle. Den Oberbefehl führte als Vorsteher Anton Matheis, genannt Finklbauer. Das Feuerwehrhaus war das sogenannte Maurerhaus, später auch Schneiderhäusl genannt.

 

 

 

 

 

 

 

Das alte Feuerwehr-
gerätehaus an der
Kufsteiner Straße.
(Wurde 1960 abgerissen)

 

Dass Flintbach schon lange vor der Gründung der Freiwilligen Feuerwehr anno 1874 eine Feuerspritze besaß, beweist der Umstand, dass bereits 1816 eine Feuerlöschmaschine repariert und 1869 eine neue angeschafft wurde, welche mit zwei Schläuchen versehen war, die sowohl für die neue, als auch für die alte Spritze verwendet werden konnten.

Ferner hatte man in früherer Zeit in jedem Hause einen sogenannten Feuerkübel, der zuerst aus Holz bestand, später aber durch einen Stroheimer ersetzt wurde und zuletzt dem Segeltucheimer weichen musste.

Es sei noch kurz bemerkt, dass bereits 1873 Feuerwehrübungen stattgefunden haben und zwar in der Weise, dass bei schönem Wetter auf der Landstraße, bei Regen in der Tenne des Wirtes exerziert wurde. Die stattliche Zahl von 47 Gründungsmitgliedern lässt deutlich ersehen, mit welcher Begeisterung unsere Vorfahren dem löblichen Zwecke sich dienstbar machten und durchdrungen waren von dem schönen Spruch:

EINER FÜR ALLE UND ALLE FÜR EINEN


In den Jahren 1876 und 1895 wurde unsere Feuerwehr sogar nach Rosenheim zu größeren Bränden im Salzstadl und nach Thansau gerufen. Auch nach Wiechs, Kirchdorf und Neubeuern sind sid zu Hilfe gerufen worden, was in Anbetracht dass damals mit Pferdefuhrwerken gefahren wurde, ganz schöne Entfernungen waren. Beim Beginn des Ersten Weltkrieges mußte die Feuerwehr sogar eine Woche lang die Eisenbahnbrücke am jetzigen Sportplatz bewachen.

 

 

 

Aufstellung zu einer
Feuerwehr
übung
vor der Stallung des
Alten Wirt
(Gasthaus Falkenstein).

Das Foto stammt noch
aus der Zeit vor
dem 2. Weltkrieg.

 

 

Während des zweiten Weltkrieges mußten die Männer der Freiwilligen Feuerwehr 5 mal nach schweren Bombenangriffen mit jeweils 15 bis 20 Mann auf offenen Lastautos nach München fahren und bei den ersten Bergungs- und Aufräumungsarbeiten helfen.

Ein langersehnte Wunsch der Flintsbach Feuerwehr ging am 12. Juni 1960 in Erfüllung. Das neuerbaute Feuerwehrgerätehaus wurde seiner Bestimmung übergeben.

Nachdem sich die Gedanken, das alte Feuerwehrhäusl zu vergößern, zerschlagen hatten, wurde 1959 mit dem Neubau begonnen. Kommandanr Josef Huber wurde zur treibenden Kraft indem er sich jahrelang um dieses Vorhaben bemühr hatte. Für das neue Gerätehaus war das Grundstück an der Kufsteiner Straße ein idealer Standort, da man hier einen großen Vorplatz zwischen den Ausfahrtstoren und der Staatsstraße einhalten konnte. Das Haus umfasste einen großen Geräteraum, einen Unterrichtsraum und eine Schlauchwaschanlage mit Trockenturm. Die 90.000,- DM Gesamtkosten waren für die Gemeinde Flintsbach mit Bürgermeister Dirnecker ein beträchtlicher Aufwand, da nur 20% der Gesamtkosten mit staatlichen Zuschüssen abgedeckt werden konnten.

 

 

 

 

Das Feuerwehr-
gerätehaus,
Kufsteiner Str. 15,
wurde 1960 eingeweiht.

 

 

 Das alte Feuerwehrhäusl, das nur wenige Meter neben der Staatsstraße stand wurde noch 1960 abgerissen.

Nach dem Krieg bekam die Feuerwehr ihre erste Tragkraftspritze aus Wehrmachtsbeständen. Leider zeigten sich schon nach kurzer Zeit beträchtliche Mängel und nur der Kunst unserer damaligen Maschinisten war es zu verdanken, dass sie einsatzfähig blieb.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Die erste Motortragkraftspritze (Marke DKW)
bei einer Großübung 1961 in Nußdorf / Überfilzen.

Die TS 8/8 zeigt hier bei mehrfachen Starts
schon erhebliche Schwierigkeiten.

 

 Im Juli 1962 stellte dann die Gemeinde eine neue Tragkraftspritze, die TS 8 Magirus und das erste Kraftfahrzeug einen "Ford VK 1000 Transit" zur Verfügung.

 

 

 

 

 

 

Das erste selbst-
fahrende Löschfahr-
zeug der Feuerwehr
war dieses TSF 
auf Ford Transit.

 

Nachdem die Einsatzzahlen unserer Feuerwehr immer größer wurden (insbesondere im Bereich der technischen Hilfeleistungen), genügte dieses Fahrzeug schon nach relativ kurzer Zeit den Anforderungen nicht mehr.

Im Jahre 1974 wurde unserer Feuerwehr durch die Gemeinde anlässlich des 100-jährigen Gründungsfestes ein LF 8 Magirus übergeben. Dieses Fahrzeug, verfügte neben den feuerlöschtechnischen Geräte für 2 Löschgruppen auch noch über Geräte für die technische Hilfeleistung kleineren Umfangs. Mit dem Fahrzeug bekam unsere Wehr auch erstmalig Funkgeräte.

 

 

 

1974 wurde das
LF 8 Magirus im
Rahmen des
100-jährigen
Gründungsfestes
an die Feuerwehr
Flintsbach übergeben.


 

Das damalige Tragkraftspritzenfahrzeug wurde in Eigenarbeit zu einem Gerätefahrzeug "Rüst" umgebaut. Im Jahre 1980 wurde dieses Rüstfahrzeug durch einen, von der Bundeswehr angekauften gebrauchten Unimog (Baujahr 1958) ersetzt.







 


 

Der 1980 in Eigen-
leistung zum Rüstwagen
umgebaute Unimog
"Funkkoffer"

 

Mit einem erheblichen Zeitaufwand wurde dieser ehemalige "Funkkoffer" von den aktiven Wehrmännern zu einem Rüstwagen umgebaut.

Ende 1987wurde dieses Fahrzeug durch ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 8/18 der Firma Ziegler ersetzt.

 

 

 

 

 

 

Das TLF 8/18 bei
seiner Einweihung
im Jahre 1987




Dieses Tanklöschfahrzeug leistete bisher bei unserer Feuerwehr aufgrund der Geländegängigkeit sowie eines schnell verfügbaren Wasservorrates sehr gute Dienste. Die Anschaffung dieses Fahrzeuges wurde aus der Kasse unseres Feuerwehrvereins mit einem Betrag von 50.000,- DM bezuschußt.

Aufgrund der weiter im Steigen begriffenen Einsatzzahlen und der damit verbundenen Vorhaltung von erheblichen Gerätschaften wurde das im Jahre 1960 errichtete Feuerwehrgerätehaus (2 Fahrzeugstellplätze) Ende der 80er Jahre wieder zu klein. Aus diesem Grunde wurde das vorhandene Gebäude einschließlich der sich darin befindlichen 3 Wohnungen in den Jahren 1992 und 1993 mit einem Kostenaufwand von rund 1 Mio. DM erheblich erweitert.

Erweiterung des Feuerwehrhauses:
o.l.:
Umsetzung der vorhandenen Trafostation.
o.r.: Die Rohbauarbeiten sind abgeschlossen.
u.l.: Die Firstbaumdiebinnen bringen den
geschmückten Fristbaum zurück.



 

Dabei wurde unter anderem ein dritter LKW-Stellplatz, eine Unterrichtsraum mit Küchenzeile, Sanitäranlagen, Büroräumen, Atemschutzwerkstatt und Werkstatt einschließlich Lagerfläche geschaffen. Unser Feuerwehrgerätehaus genügte somit den damals modernsten Anforderungen.

 

 

 

 


 

 

Das erweiterte
Feuerwehr-
gerätehaus am Tag
der Einweihung

 

Bei den Umbauarbeiten haben unsere Wehrmänner unter Leitung des damaligen Kommandanten Wolfgang Berthaler rund 4.000 freiwillige, unentgeltliche Arbeitsstunden geleistet.

Zur Ergänzung unseres Fuhrparks wurde im Jahre 1993 ein neuer VW Doppelkabinen-Pritschenwagen mit Allrad angeschafft. Die Kosten von über 50.000,- DM wurden wieder von unserem Feuerwehrverein getragen (Erlöse aus den jährlichen Haussammlungen).

 

 


 

 

Seit 1993 ist dieser
6
-Sitzer mit Pritsche
in Betrieb.



Im Jahre 1994 erhielt unsere Feuerwehr noch einen Schlauchanhänger mit rund 500 Metern in buchten verlegten B-Schläuchen.

Im Jahre 2003 wurde das 31 Jahre alte LF 8 ersatzbeschafft. Es genügt nicht mehr den Anforderung an Technik und Zuverlässigkeit. Neben einem stetigen Anstieg der Einsatzzahlen in den letzten Jahren, kommen auf die Freiwillige Feuerwehr Flintsbach immer neue Aufgaben zu: Unwetterkatastrophen (nicht nur in Flintsbach, sondern im ganzen Landkreis und inwischen sogar in anderen Bundesländern), Verkehrswege wie Bundesautobahn, Bundesstraße, Staatsstraßen und Bahnanlagen die zu den meist frequentiertesten in Europa zählen und neue Gewerbeentwicklungen.


 

 

 

 

Seit 2003 ist dieses
LF10/6
in Betrieb.



Als neues Fahrzeug wurde das erste in Deutschland gefertigte LF 10/6 beschafft. Hergestellt wurde es von der einheimsichen Firma Lentner und wurde in monatelanger Detailarbeit unter der Führung von Ralf Benkel zusammen mit allen Wehrmännern geplant. Als Fahrgestell wurd ein MAN gewählt mit hervorragenden Geländeeigenschaften gewählt. Der Aufbau besteht aus einem korosionfreien geschweißten Aluminiumrahmen. Der Mannschaftsraum wurde aus Platzgründen in den Aufbau integriert. Die Beladung umfasst neben der Löschtechnik einen umfangreiche und vollständige Beladung für die technische Hilfeleistung. Das Fahrzeug kostetet 250.000 Euro. 70.000,- Euro wurden vom Freistaat Bayern als Zuschuß gewährt. 30.000 Euro wurden vom Feuerwehrverein zum Fahrzeug beigetragen.. Weitere  15.000,- Euro des Feuerwehrvereins wurden in die notwendigen Erweiterungen des Gerätehauses, die Technik und Ausrüstung investiert.

 

Zusätzliche Informationen